Sechstklässler reinigen Stolpersteine
Im Religionsunterricht der 6. Klasse setzen sich die Schülerinnen und Schüler aktuell mit den
Weltreligionen auseinander. Dabei stehen das Christentum, das Judentum und der Islam im
Mittelpunkt. Aus dem Unterricht heraus entstand eine nachdenkliche und berührende Frage:
Warum kennen viele Kinder Menschen muslimischen Glaubens – aber kaum oder gar keine
jüdischen Menschen?
Diese Frage führte zu einem intensiven Gespräch über eines der dunkelsten Kapitel der
Geschichte: den Holocaust. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass über sechs
Millionen jüdische Menschen von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Um das
unvorstellbare Ausmaß dieses Verbrechens greifbar zu machen, erklärte die
Religionslehrerin: Würde man für jedes Opfer eine Schweigeminute einlegen, wäre es über
elf Jahre lang still.
Diese Vorstellung bewegte die Kinder tief.
Schnell kam die Frage auf, ob es auch in Herzlake jüdische Familien gegeben habe.
Religionslehrerin Frau Hölzen berichtete ihnen von der Familie Meyer, die einst dort lebte –
und deren Schicksal eng mit der Geschichte des Holocaust verbunden ist.
Betroffen und nachdenklich beschlossen die Schülerinnen und Schüler, selbst aktiv zu
werden und ein Zeichen des Erinnerns zu setzen. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin reinigten sie
im Religionsunterricht die Stolpersteine, die heute an die Familie erinnern. Sorgfältig legten
sie fünf Rosen nieder – für jedes Familienmitglied eine.
In diesem Moment wurde deutlich: Erinnerung ist mehr als nur Wissen – sie bedeutet
Verantwortung. Die Schülerinnen und Schüler haben erkannt, wie wichtig es ist, die
Geschichten der Opfer lebendig zu halten. Gleichzeitig wurde ihnen bewusst, dass es in
unserer Verantwortung liegt, dafür einzustehen, dass Ausgrenzung, Hass und Gewalt niemals
wieder zu solch einem Unrecht führen dürfen.














